VILLA HEIKE AND OTHER STORIES

16 Feb – 16 Mar 2019
Upcoming exhibition
Curated by Pierre Granoux & Michael Schäfer

LAGE EGAL [VILLA–HEIKE] Freienwalder Str. 17, 13055 Berlin-Alt-Hohenschönhausen
BRAM BRAAM, PIERRE GRANOUX, VANESSA HENN, VALÉRIE LERAY, WIEBKE LOEPER, JENS LÜSTRAETEN, ARWED MESSNER, MANFRED PERNICE, SOPHIA POMPÉRY, PETER RUEHLE, TORSTEN RUEHLE, MICHAEL SCHÄFER (Photo), SONYA SCHÖNBERGER, NINA E. SCHÖNEFELD, CHRISTOF ZWIENER

Opening Sat, 16.2 2019, 6 — 10pm (after party, 9pm – open end)
Exhibition dates 17.2 — 16.3 2019. Open hours Fri — Sat, 3 — 6pm and by appointment

Saturday, 16.3 2019, 5pm, reading from ZINGSTER STRASSE 25 by Sonya Schönberger (Berliner Heft zu Geschichte und Gegenwart der Stadt #6) with Johanna Malchow and Ingo Tomi

With the kind support of BEZIRK LICHTENBERG Amt für Weiterbildung und Kultur, 
ARTBUTLER, EXHIBITIONARY, LE FLÂNEUR

Im zweiten Teil der Ausstellungsreihe RESTRICTED AREA* erforscht eine ausgewählte Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Herkunft den Einfluss von Geschichte auf bestimmte Orte und die Art und Weise, wie Geschichte erzählt wird. Gestellt wird die Frage zur Authentizität von Erinnerungskultur und von Relevanz: Was ist es wert, erzählt zu werden, von welchen Orten soll berichtet werden? Wer bestimmt, was aufgedeckt und gezeigt werden darf, was veröffentlicht, vervielfältigt und gesagt werden darf?
Die Wahrnehmung historischer Zusammenhänge aus heutiger Sicht spielt in der Ausstellung ebenso eine Rolle wie das historische und objektive Wissen von Orten, Objekten und Menschen. Es ist eine Auseinandersetzung mit den Transformationsprozessen einer Stadt und eines vergangenen Staates, dessen Gebäude und Architektur untrennbar mit seiner Geschichte verbunden sind.

Ausgangspunkt ist der Ort der Ausstellung selber und seine Geschichte: Der Ingenieur Richard Heike gründete 1903 eine Fabrik für Fleischereimaschinen und nutzte die dreistöckige preußische Villa HEIKE als Verwaltungs- und Wohngebäude. Die Villa überlebte Ende des zweiten Weltkriegs den Angriff der Alliierten. Die Sowjets marschierten ein und erschossen den Fabrikanten Heike vor der seiner Tür. 1951 übergaben sie das Gebiet an die Stasi, die in der Villa ihr geheimes NS-Archiv lagerte. Die VILLA HEIKE wurde somit Teil eines sogenannten „Sperrgebietes" welches auf DDR-Straßenkarten nur als weißer Fleck existierte. Mit der deutschen Wiedervereinigung wurden die NS-Akten dem Bundesarchiv übergeben.

Im Jahr 2016 übernahm der Künstler Michael Schäfer mit vier Künstlerkollegen die VILLA HEIKE, um Künstlerateliers einzurichten. Nach der Renovierung öffnet die Villa erstmals Anfang 2019 ihre Pforten für die Ausstellung VILLA HEIKE and OTHER STORIES*, 30 Jahre nach dem Mauerfall .

*THE MISSING ROOM (RESTRICTED AREA 1/2) • 3.10 – 14.10 2018, LAGE EGAL [STUDIOS–ID] Genslerstr. 13a, 13055 Berlin